traumatisierungen

Traumatische Ereignisse gelten als aussergewöhnliche Vorkommnisse. Sie werden als »ausserhalb der üblich menschlichen Erfahrung« liegend definiert. Traumatische Ereignisse bedrohen das Leben oder die körperliche Unversehrtheit und versetzen den Betroffenen in extreme Hilflosigkeit und Angst.

Folgende Unterscheidung gibt es bei der Einteilung von Traumatas:

Typ I – (einmal/plötzlich): zB Zeuge oder Beteiligte bei Unfällen, Naturkatastrophen, Gewalt, Raubüberfälle, Vergewaltigung, Geiselnahme …
Typ II – (fortdauernd/wiederholend): zB Mobbing, sexueller Gewalt, Folter, Krieg und Flucht, Chronische Erkrankungen (AIDS, Krebs …) …
Typ III – (Kombination zwischen Typ I + II):

Langfristig können nach solchen Traumatisierungen Depressionen, Angststörungen, psychosomatische Erkrankungen, Persönlichkeitsveränderungen sowie eine Posttraumatische Belastungsstörungen auftreten.

Posttraumatischer Stress:
Das PTBS (Posttraumatisches Belastungssyndrom) ist nur eine der möglichen Folgereaktionen auf ein erlebtes Trauma und definiert sich als emotionale Störung. Symptome können sowohl direkt nach dem Erleben des Traumas, aber auch mit Verzögerung auftreten (meistens jedoch nach einem Monat bis einigen Jahren).
Symptome sind zB:
1. Flashback (Nachhallerinnerungen) – im Traum oder im Wachzustand sich wiederholende Sequenzen oder Bilder aus der traumatischen Situation.
2. Vermeidungsverhalten auf allen Ebenen (sozial: Rückzug, psychisch: Arbeitsreduktion, Konzentrationsmangel, körperlich: Aktivitätssenkung)
3. übersteigerte Erregbarkeit (Hyperarousel) mit Ein- und Durchschlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsproblemen, Wutausbrüche

WICHTIG: „Traumatherapien“ werden vielerorts vorschnell angeboten und können speziell bei Typ II–Traumatisierungen oft das Gegenteil (Re-Traumatisierung) bewirken, wenn nicht zuvor psychische Grundfertigkeiten (sog. Skills) erlernt werden, die bei einer Verarbeitung und Integration des Traumaerlebnisses unerlässlich sind.