wer macht was?

Unterschied Psychotherapeut, Psychiater, Psychologe, Lebens-& Sozialberater

 

Alle vier Berufsgruppen beschäftigen sich mit psychischen Problemen und psychologischen Fragestellungen. Sie als Leser werden sich wahrscheinlich fragen, wie sich diese Berufsgruppen in ihren Zuständigkeitsbereichen und in ihrer Ausbildung unterscheiden. In der Praxis gibt es speziell im Bereich Psychotherapie Überschneidungen, da viele PsychologInnen und PsychiaterInnen eine Psychotherapieausbildung absolviert haben.
Die Berufsbezeichnungen sind jeweils gesetzlich geschützt; jede Berufsgruppe wird durch ihr eigenes Berufsgesetz geregelt (Psychotherapiegesetz; PsychologeInnengesetz; Ärztegesetz).

Definition Psychotherapeut
Seit 1990 ist “Psychotherapeut” in Österreich ein eigenständiger, freier und wissenschaftlicher Heilberuf. Die psychotherapeutische Ausbildung dauert im Schnitt sieben Jahre. Es gibt derzeit über 20 psychotherapeutische Methoden, welche in ihrer Wirksamkeit vom Psychotherapiebeirat im Gesundheitsministerium überprüft wurden. PsychotherapeutInnen obliegt die Behandlung von Menschen in seelischen Konflikt- und Krisensituationen, bei Beschwerden und psychischen Leidenszuständen.

Definition Psychologe
PsychologInnen haben ein Studium der Psychologie abgeschlossen. Sie arbeiten in der Forschung, Ausbildung und Beratung in verschiedensten Bereichen, u.a. als EntwicklungspsychologInnen, GesundheitspsychologInnen, RechtspsychologInnen, SchulpsychologInnen, WirtschaftspsychologInnen. Typisch sind vor allem die Psychologische Diagnostik und die Psychologische Beratung.

Definition Psychiater
PsychiaterInnen sind ÄrztInnen, die sich auf die Behandlung von psychischen Störungen und Krankheiten spezialisiert haben, d.h. eine Facharztausbildung in “Psychiatrie” absolviert haben. Der überwiegende Teil der psychiatrischen Behandlung besteht in der Gabe von Medikamenten (Psychopharmaka). Die Einnahme von Medikamenten ersetzt zwar keine Psychotherapie, aber sie kann bei schweren Krisen oder Leidenszuständen eine Psychotherapie ermöglichen bzw. positiv beeinflussen.

Definition Lebens- und Sozialberater
Lebens- und Sozialberatung stellt die 4. Säule der Gesundheitspolitik in Österreich dar. Als bewilligungspflichtiges, gebundenes Gewerbe ist die Berufsgruppe der Lebens- und SozialberaterInnen der Allgemeinen Fachgruppe des Gewerbes der Wirtschaftskammern angegliedert.
Unter LSB verstehen man die professionelle, bewusste und geplante Beratung, Betreuung und Begleitung von Menschen in Entscheidungs- und Problemsituationen.
Lebens- und Sozialberatung (LSB) hat ihren Schwerpunkt in der Gesundheitsvorsorge und unterstützt Personen, Paare, Familien und Gruppen bei der Verbesserung ihrer Lebensqualität. LSB dürfen keine Psychotherapie machen bzw. keine Menschen mit „krankheitswertigen Störungen“ (zB Angst- Panikstörungen usw. lt. dem ICD 10) behandeln.